Pfarrei St. Petrus

Wörth a. d. Donau

Bericht aus der Donau-Post vom 10. Dezember 2012:

Beispielgebendes Bekenntnis zum Kolpingwerk

Neue Ehrenmitglieder im Ortsverband – Erinnerungen von Alfons Urban an den Ursprung

(jr) „Tätige Liebe heilt alle Wunden, bloße Worte mehren nur den Schmerz!“ Adolph Kolping (1813 bis 1865) hat diese Überzeugung und Einstellung zu seiner Zeit ohne Einschränkung gelebt. Humanität, Güte, Solidarität und Mitgefühl mit den armen und benachteiligten Menschen sind das Vermächtnis dieses entschlossenen Christen, dessen Prinzipien weltweit einen fruchtbaren Boden gefunden haben. Wer Mut zeigt, so eine weitere Erkenntnis des Priesters, macht Mut. Ein Beispiel geben durch ihr Bekenntnis zum Sozialverband, zu Kirche, Religion und Glauben auch die Idealisten an der Basis – wie Augustin Steinbauer, der vor 85 Jahren den Ortsverband gegründet hatte, wie der 87-jährige Alfons Urban, der 1947 mit Kaplan Karl Ketterl die treibende Kraft bei der Reaktivierung der Gruppe war, und wie Sepp Schütz, der seit drei Jahren in der Verantwortung steht.

Das Programm beim Kolping-Gedenktag, schon immer das Hauptereignis im Jahresplan, bekräftigte am Samstag wieder die enge Verbindung der Interessengemeinschaft mit den Lehren und Leitbildern des Vorbilds. Diese Bindung verdeutlichte sowohl der Gottesdienst in der Pfarrkirche für die verstorbenen Mitglieder, den der Männerchor und das Stubenmusik-Trio mit dem Vortrag der Waldlermesse stil- und stimmungsvoll mitgestalteten, als auch die Feierstunde im Gasthof Butz mit einigen Ehrungen. Diese Zeichen der Anerkennung und der Dankbarkeit verdienten sich allen voran zwei ehemalige Mitarbeiter in der Vorstandschaft. Walter Seppenhauser, der lange als Schriftführer für die Chronik zuständig war, und Sepp Weinzierl, der drei Jahrzehnte als Kassenverwalter das bescheidene Guthaben verwaltete, erweitern den Kreis der Ehrenmitglieder. Seit fünf Jahrzehnten tragen sie das Kolping-Abzeichen.

„Kolping treu!“ Konsequent und standhaft folgen diesem Grundsatz auch Karl Geier, Josef Hebauer, Hans Zacherl, Karl Schneider, Hans Radtke und Heribert Mühlbauer, die vor 65 Jahren ihren Beitritt erklärt hatten, sowie Hans Frey, der dem katholischen Verband seit 25 Jahren angehört. Sie alle sind Teil einer großen Bewegung, die heute 500 000 Mitglieder in 60 Ländern zählt.

„Kolping wird gebraucht...“

Diese Bildungs-, Glaubens- und Aktionsgemeinschaft stärken auch Christian Fruth, die Familie Ostermeier und Pfarrer Johann Baier, die aufgenommen wurden, und ganz besonders Alfons Urban, der nach dem Krieg der erste Senior (Vorsitzende) war (siehe Kasten). Bestand haben seine Erinnerungen an die Vergangenheit, an den Anfang mit 17 jungen Herren, an die Verdienste des ehemaligen Domspatzen Karl Frank und seiner Theatergruppe, die dem Publikum bei den Vorstellungen im Schloss eine Freude bereitet hatte, an den Zuspruch und die gute Entwicklung der Vereinigung, die sich „sehr schnell Rang und Namen“ verdient habe. Die Rückblende rundete er mit einer Feststellung ab: „Die Kolpingsfamilie wird auch heute gebraucht!“

Ein Wort der Wertschätzung richtete Sepp Schütz auch an die ehemalige Butz-Wirtin Bärbel Hammerschmid, bei der die Kolpingsfamilie seit Jahrzehnten immer willkommen war. „Wir waren bei ihr sehr gut aufgehoben“, befand der Vorsitzende mit einer festen Zusage an die Nachfolgerin Andrea Weikenstorfer: „Wir werden die Tradition des Vereinslokals fortsetzen.“

Spende für Organisationen

Hilfsbereit und aufgeschlossen begegnet die Kolpingsfamilie den Organisationen, die wichtige Aufgaben in Staat, Gesellschaft und Kirche erfüllen. Einen Scheck über jeweils 500 Euro erhielten Heinz Hohmeier vom Orgelbauförderverein und Anna Schötz, die ihre Spende aufteilen wird. 100 Euro sind für die Asylbewerber vorgesehen, die im Rosenhof untergebracht sind, und 400 Euro für die Arco-Iris Stiftung des Seelsorgers Josef Neuenhofer in Bolivien, wo er seine ganze Kraft und Energie dem Ziel widmet, die Lebenssituation mittelloser Kinder zu verbessern.

Ergreifende Botschaft

Eine ergreifende Botschaft enthält sein Brief, den Anna Schötz vor der Einstimmung auf den Advent bei Glühwein und Stollen und mit Beiträgen des Sängervereins, der „Gschwellbachtaler“ und des jungen Theaterensembles mit der Erzählung „Wir schalten um nach Bethlehem“ verlas. Berührend und bewegend ist die Schilderung der Kontraste und des tiefen Grabens, der Konsumgesellschaft und „Dritte Welt“ trennt. Diese Mädchen und Buben wünschen sich keine Smartphones oder Notebooks, sie wären schon glücklich, wenn sie jeden Tag satt werden würden, wenn sie Schuhe tragen und ihre kranken Eltern mit den notwendigen Medikamenten behandelt werden könnten. Mitfühlende, tüchtige und selbstlose Menschen wie Josef Neuenhofer sind es, die, so Pfarrer Baier in seinen Gedanken zum Advent, „einen kleinen Schimmer von Gottes Reich sichtbar machen.“ Eine Bemerkung in diesem Weihnachtsgruß könnte durchaus von Adolph Kolping stammen: „Ich möchte allen verlassenen und oft ohne Liebe aufwachsenden Kindern und Jugendlichen sagen und noch mehr zeigen, dass sie Lieblingskinder Gottes und keine Wegwerfkinder sind...!“

 

Zeichen der Verbundenheit: Sepp Schütz und Pfarrer Baier übergeben Heinz Hohmeier vom Orgelbauförderverein und Anna Schötz vom Eine-Welt-Laden eine Spende von jeweils 500 Euro. Mit einem kleinen Geschenk bedankte sich die Kolpingsfamilie bei der ehemaligen Butz-Wirtin Bärbel Hammerschmid für Wohlwollen und Hilfsbereitschaft.

 

 

 

Treu Kolping: Unsere Bilder zeigen die Gruppe, die bei der Gedenktagfeier ausgezeichnet wurde, mit Alfons Urban (Mitte), der 1947 mit Kaplan Karl Ketterl die Reaktivierung der Ortsgruppe ermöglicht hatte, sowie (rechts) den Vorsitzenden Sepp Schütz (links) und Präses Johann Baier (rechts) mit Walter Seppenhauser und Sepp Weinzierl (2. von rechts), die in den Kreis der Ehrenmitglieder aufgenommen wurden.

 

 

Musikalische Beiträge: Der Sängerverein gestaltete unter der Leitung von Max Pellner die Adventsfeier mit, der Männerchor trug beim Gottesdienst mit dem Stubenmusik-Trio die Waldlermesse vor.

 

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