Pfarrei St. Petrus

Wörth a. d. Donau

Bericht aus der Donau-Post vom 25. September 2012

KAB soll soziales Gewissen der Gesellschaft sein

Präses Johann Baier erläuterte bei Jahreshauptversammlung Entwicklung in Europa

(hs) Am Freitag trafen sich die Mitglieder der KAB zur Jahreshauptversammlung im Pfarrheim St. Petrus. Voran gegangen war ein Gottesdienst mit Pfarrer Johann Baier für die verstorbenen Mitglieder.

Zunächst gedachte man Erika Mühlbauer und Josef Schambeck. Mit ihnen verlor der Ortsverband zwei sehr aktive Mitglieder. Vorsitzende Hildegard Schindler freute sich über die gute Beteiligung an der Jahresversammlung. Vier Neumitglieder, Elisabeth und Walter Leukam sowie Gabriele und Ekkehard Hollschwandner konnten neu im KAB-Ortsverband aufgenommen werden. Dies ist eine Bereicherung für die aktive KAB-Gruppe, die von den Mitgliedern sehr begrüßt wurde. Pfarrer Johann Baier bedankte sich für die vielen Genesungswünsche, die auch von der KAB kamen. In der Zeit seiner schweren Erkrankung über das letzte halbe Jahr, habe ihm das gut getan. „Aber jetzt geht‘s wieder“, meinte er. Anschließend ging der Präses auf die Schlagzeilen in allen Zeitungen und auf die politische und finanzielle Situation in Europa ein. Die Europäer befänden sich plötzlich in der Situation, dass das bisher sicher geglaubte Leben aus den Fugen zu geraten scheine. „Millionen von Rentnern droht von 2030 an der Absturz in die Sozialhilfe“, „Durchbruch oder Geldvernichtung?“, „Die EZB kauft wieder Staatsanleihen auf“ oder „Unser Wohlstand ist in Gefahr“, das Ersparte scheint nichts mehr wert zu sein. Der Zusammenhalt der Nationen bröckele. Die Südeuropäer beklagten sich über die geizigen Deutschen, die Deutschen fühlten sich bedroht von der wachsenden Armut anderer Länder. Mit 190 Milliarden Euro bürgt allein Deutschland für den ESM-Rettungsschirm. Eingehend auf die Staatsanleihen unbegrenzt aufzukaufen durch die EZB, so Pfarrer Baier, steigere auch die Gefahr der Geldentwertung. Fragwürdige Herren wie Mario Dragi, Chef der Europäischen Zentralbank (ehemaliger Banker von der amerikanischen Großbank Goldman Sachs) habe nur gelernt, wie man andere Banker rette, nicht aber wie man Rentner, Arbeitslose oder Pflegebedürftige finanziell unterstützen könnte. So führten viele Politiker und die Finanzwelt die Bürger an der Nase herum.

Angst vor der Zukunft

Nach der jüngsten Umfrage hat rund ein Drittel Angst vor Altersarmut. „Das ist schon eine erschreckende Zahl“, betonte der Seelsorger. So mancher, der heute noch im Erwerbsleben steht, hat unrealistische Vorstellungen über die Einkünfte im Alter und über die Ausgaben. Diejenigen, die heute schon wenig verdienten, Teilzeit, Minijobs, befristete Arbeitsverträge, könnten wenig für das Alter vorsorgen, weil ihnen dazu das Geld fehlt. Die Schere zwischen denen, die haben und jenen die kaum über die Runden kommen, geht immer weiter auseinander. Eine Gesellschaft aber, in der die einen trotz Vollzeitbeschäftigung kaum über die Runden kommen und von Altersarmut bedroht sind, während die anderen sich der Verantwortung entziehen und von der Politik verschont wurden, drohe zu erodieren, da der soziale Kitt verloren gehe. Die Menschlichkeit unserer Gesellschaft hänge entscheidend davon ab, ob und wie man sich denen zuwende, die Hilfe und Beistand nötig hätten. Dazu brauche man die KAB mit einem wachenden Auge für gesellschaftliche und politische Fehlentwicklungen sowie als soziales Gewissen unserer Gesellschaft.

Vorsitzende Hildegard Schindler dankte in ihrem Bereich den Vorstandsmitgliedern für ihren tatkräftigen Einsatz und rückte besonders die Zusammenarbeit mit der KLJB beim Spielnachmittag für Kinder in den Fokus, das sei eine großartige Sache gewesen sei. Schriftführerin Kreszenz Lohmeier-Bauer gab einen ausführlichen Tätigkeitsbericht über die zahlreichen Veranstaltungen im abgelaufenen Jahr. Von einem guten finanziellen Jahr konnte Kassenwartin Erika Fink berichten. Für ihre übersichtliche und sauber geführte Kassenführung dankten die beiden Kassenprüfer Franz Feldmeier und Hans Zacherl und die einstimmige Entlastung wurde ihr zuteil.

Auf den Kinderbetreuungsdienst ging Patricia Hartl ein. Diese finde jeden Freitag von 8 bis 11.30 Uhr im Pfarrheim statt und sei ein wichtiger Punkt für die Familien. Derzeit kümmern sich sechs Betreuerinnen um die Kleinen von 0 Jahren bis zum Kindergartenalter. Erika Fink überreichte der Leiterin der Gruppe eine 300-Euro-Spende von der KAB.

Kreisverbandsvorsitzender Reinhold Gebhard stellte die Aktion „Klug Kaufen“ in den Blickpunkt, diese wird seit März unterstützt. „Nachhaltig Leben und Arbeiten“, sei der Kern einer menschlichen Gesellschaft, die zukunftsfähig sei. Gebhard gab Informationen und Empfehlungen, wie man vernünftig Lebensmittel einkaufen sollte. Bestandteil seiner Ausführungen war auch das Werben für eine vernünftige Agrarpolitik. Der zunehmende Flugverkehr wirke sich schädlich für Mensch und Natur aus. Für die Wahl der Delegierten zum Kreisverbandstag am Samstag, 23. Februar, in Steinsberg, der alle vier Jahre stattfindet, stellten sich Arthur Bauer (Ersatz Kreszenz Lohmeier-Bauer) und Walter Leukam (Ersatz Ilse Gerstlberger) zur Verfügung.

Die KAB spendete 300 Euro für den Kinderbetreuungsdienst, von links Patricia Hartl, Hildegard Schindler, Felix Gritschmeier und Erika Fink. (Foto: Seppenhauser)

Aktuelle Seite: Home Kirchliche Vereine KAB Aktuelles KAB soll soziales Gewissen der Gesellschaft sein
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok