Pfarrei St. Petrus

Wörth a. d. Donau

Bericht aus der Donau-Post vom 17. Mai 2012:

Am Sonntag Jubiläumswallfahrt der Pfarrei

Pilgramsberg ist zum 170. Mal Ziel der Wörther Pilger — Ursprung und Geschichte

Genau 170 Jahre liegt in diesem Jahr die erste Wallfahrt der Pfarrgemeinde zur „Lieben Frau von Pilgramsberg“ zurück. Alljährlich am Sonntag nach „Christi Himmelfahrt“ begeben sich die Gläubigen aus Wörth und den umliegenden Orten auf den 20 Kilometer langen Weg zum Gotteshaus in der niederbayerischen Gemeinde. Der ehemalige Heimatpfleger Ludwig Schindler veröffentlichte vor zehn Jahren eine Dokumentation, in der Geschichte, Gebete und Erinnerungen an dieses Glaubenszeugnis zusammengefasst sind.

Die Wallfahrt geht zurück auf eine wunderbare Gebetserhörung der Familie Joseph und Walburga Schiller aus der Wörther Filiale Kiefenholz im Jahre 1842. Ihr erblindeter zweijähriger Bub erhielt damals im Pilgramsberger Gotteshaus plötzlich wieder sein Augenlicht. Dieses Wunder wird wie folgt überliefert: Der kleine Joseph verlor sein Augenlicht, wahrscheinlich als Folge einer Impfung im Mai 1841. Seine Mutter, voll Jammer und Kummer, konsultierte mehrere Ärzte ohne Erfolg. Auch pilgerte sie mit dem Kinde zu bekannten Wallfahrtsorten, doch der Bub blieb blind.

Im Herbst 1842 erfuhr die besorgte Mutter, dass in Pilgramsberg die Mutter Gottes viel verehrt werde und schon manchem auf wunderbare Weise geholfen hat. Zunächst zögerte Walburga Schiller. Zu oft hatte sie erfahren müssen, dass ihr so inständiges Flehen um die Heilung ihres Kindes nicht erhört worden ist.

Dann aber gelobte sie sich, eine Wallfahrt nach Pilgramsberg zu machen, dabei das Kind allein mitzutragen und auf dem langen Weg nichts als Wasser und Brot zu sich zu nehmen. Und obschon sie nie zuvor den Weg nach Pilgramsberg genommen hatte, findet sie glücklich dorthin. Angelangt rutscht sie auf den Knien, den Buben in einem Korbe auf dem Rücken tragend, um das Gotteshaus, dann hinein in die Kirche, immer noch auf den Knien kommt sie zum Hochaltar und rutscht noch dreimal um diesen. Da nach stellt sie den Korb nieder, nimmt das Kind heraus, setzt es auf die hölzerne Stufe des Altars und betet inständig.

Kind wird geheilt

Doch sie fleht gar nicht lange, da erhebt der Knabe sein Angesicht zum Muttergottesbild auf dem Altar, lächelt und ruft: „Mama, dei, dei !“ Wer kann die Freude der Mutter beschreiben ? Ihr Sorgenkind ist geheilt, Joseph schaut zur Muttergottes empor, sieht und ist an beiden Augen vollkommen gesund.

Am 20. Juni 1858, also 16 Jahre nach dieser Wunderheilung, beteuerte Walburga Schiller vor dem Ortsgeistlichen und dem Mesner von Pilgramsberg aufs Neue die Wahrheit ihrer Aussage und erklärt sich bereit, vor jeder Obrigkeit dieses mit einem Eid zu bekräftigen. So war am Anfang der nunmehr 170-jährigen Wallfahrt die Dankbarkeit für dieses offensichtliche Wunder an dem Kiefenholzer Kind die besondere Intention der Pilger.

Anliegen, Sorgen und Bitten

In der Folgezeit haben die Kiefenholzer und Wörther Wallfahrer dann aber alljährlich ihre eigenen Anliegen, Sorgen und Bitten zum „Berg“, wie der Wallfahrtsort kurz genannt wird, gebracht. Und dass dort schon viele Anrufungen erhört worden sind, davon sprechen zahlreiche Votivtafeln, die im Marienheiligtum angebracht worden sind. Sie geben Zeugnis von wunderbaren Krankenheilungen, von Errettung aus lebensbedrohlichen Situationen und vom Beistand in persönlichen Schwierigkeiten und Bedrängnissen, aber auch von Befreiung aus Angst und seelischer Not sowie in einer Feststellung stimmen alle diese Votivtafeln überein: „Maria hat geholfen !“ Stadtpfarrer Johannes Frischholz, Seelsorger in Wörth von 1975 bis 2000, erhob 1979 das fromme Unternehmen zur „Pfarrwallfahrt“.

Der Pilgramsberg ist ein Ausläufer des Bayerischen Waldes. Er gibt dem Dorf zu seinen Füßen den Namen. Das Gotteshaus steht auf der Anhöhe. Der Ort gehört zur Pfarrgemeinde Rattiszell im Dekanat Bogenberg und liegt im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen. Die Marienwallfahrt auf dem Pilgramsberg ist verglichen mit anderen bayerischen Wallfahrtsorten noch verhältnismäßig jung. Aber bevor sich Pilger dort an die Gottesmutter um Hilfe und Beistand gewandt haben, kamen schon Gläubige „zum Berg“, die heilige Ursula um ihre Fürsprache bei Gott zu bitten. Sie ist auch heute noch die Patronin der Bergkirche. Im Glasfenster rechts vom Hochaltar ist die Heilige dargestellt.

Die Muttergottesstatue

Die etwa 80 Zentimeter hohe Muttergottesstatue auf dem Hochaltar ist aus Lindenholz. Maria trägt eine Krone auf ihrem Haupt, hält das Jesuskind in der rechten, ein Zepter in ihrer linken Hand. Das Gotteskind hat in seiner Rechten die Weltkugel, und zwei Finger der linken Hand hält es mahnend empor, um die Betrachter gleichsam hinzuweisen auf die Bedeutung seiner Frohen Botschaft.

Nach einer Überlieferung haben Forstarbeiter im Jahre 1443 die Statue in einem Wald bei Ingolstadt in einem hohlen Baum entdeckt. Sie haben die hölzerne Figur in die nahe Donaustadt gebracht, wo sie bis zum Jahre 1680 geblieben ist. Durch Erbschaft kam die Marienstatue nach Regensburg. Sie gelangte dort in den Besitz einer frommen, wohlhabenden Witwe. Sie und ihre Bekannten haben das Gnadenbild noch verehrt, das ein Dienstknecht namens Georg Frenzl aus dem Nachlass der Witwe erwerben konnte.

Die Umstände, wie die Statue in den Besitz des jungen Mannes kam, sind erwähnenswert, da sie recht ungewöhnlich sind. Als die Frau, in deren Besitz sich das Marienbild befunden hatte, verstorben war, oblag es ihrer Freundin und Wärterin, die Wohnung zu räumen. Dabei stellte sie das Marienbild umständehalber auf das Fensterbrett.

Dort erblickte es Georg Frenzl zufällig. Oder war es doch nicht Zufall, sondern wunderbare Fügung ? Die Freundin der Witwe beobachtete, wie Frenzl die Statue mit besonderem Wohlgefallen betrachtete. Sie erkannte sein Interesse an der Marienfigur, und so rief sie aus dem Fenster: „Gefällt euch dies Frauenbild  ? Geht herein und schaut es recht an !“ Erschrocken folgte der schüchterne Fremdling dieser Einladung und beide kamen alsbald überein, dass er das Bild um drei Kronentaler kaufen konnte. Voll Freude eilte Frenzl heim nach Haindlingsberg bei Geiselhöring, wo er freundlich aufgenommen worden ist, noch freundlicher aber sein Liebfrauenbild. Die ganze Familie gewann sogleich großes Vertrauen zu der Figur, und auch die Nachbarsleute fanden sich häufig ein, daselbst Andachten zu verrichten. So wurde die Madonna bald zu einem hochverehrten Kleinod des Hauses.

Ein Wendepunkt

Die große Wende für die schon fast in Vergessenheit geratene Wallfahrt auf dem Pilgramsberg kam 1839. Zu Ostern jenes Jahres besuchte Georg Frenzl die Kirche. Die war heruntergekommen und machte keinen guten Eindruck auf ihn. Und dennoch war der Haindlingsberger Dienstknecht überzeugt, dass dies der richtige Ort sei für sein Muttergottesbild.

Die Bewohner von Pilgramsberg waren mit der Aufstellung der Marienstatue in ihrer Kirche einverstanden. Am 14. April 1839, dem zweiten Sonntag nach Ostern, wurde die Figur unter Teilnahme einer großen Volksmenge in einer feierlichen Prozession vom Dorf in die Kirche gebracht.

Schon bald danach kamen Gläubige in großer Zahl zu „Unserer Lieben Frau vom Pilgramsberg“. So wurde aus der einstigen Ursulawallfahrt ein beliebtes Ziel für die Marienverehrer. Der Zustrom verstärkte sich, als von auffälligen Gebetserhörungen berichtet wurde. Von diesen ist die wunderbare Heilung eines erblindeten Kindes aus Kiefenholz wohl die am meisten beachtete Erzählung.

Die Kirche St. Ursula in Pilgramsberg mit uralter Linde.

Die Kirche St. Ursula in Pilgramsberg mit uralter Linde.

 

Pfarrvikar Andreas Hörbe ist ab sofort entweder unter der Tel.Nr. 1707 oder 0157-82438974 zu erreichen.

Bericht aus der Donau-Post vom 07. Mai 2012

Pfarrer Baier bis 1. September im Krankenstand

Erklärung des Bistums am Wochenende – Pfarrvikar Andreas Hörbe übernimmt Vertretung

(jr) Die Pfarrgemeinde wird noch einige Monate auf ihren wichtigsten Repräsentanten verzichten müssen. Pfarrer Johann Baier, seit September in der Verantwortung für die Seelsorge in Wörth und seit 19. März wegen eines akuten Erschöpfungszustandes in ärztlicher Obhut, bleibt weiterhin im Krankenstand. Dem Priester wird nach einer Information des Bistums Regensburg, die bei den Gottesdiensten am Wochenende verlesen wurde, bis 1. September Zeit zur Genesung, Regeneration und Erholung gegeben.

Am Freitag hat der Sprecher des Pfarrgemeinderates die Nachricht über die neue Entwicklung erhalten. Diese Regelung findet seine uneingeschränkte Zustimmung. „Wir wünschen ihm von ganzem Herzen, dass er gesund wird, dass sich seine Gesundheit in den nächsten Monaten stabilisiert und er im September wieder seinen Dienst aufnehmen kann“, betonte Josef Forster im Gespräch mit der Donau-Post.

Diese Lösung begrüßt er auch deshalb, weil nun Klarheit bestünde. An Mutmaßungen und Gerüchten über die weitere Zukunft bestand in den letzten Wochen wahrlich kein Mangel. Wie geht es Pfarrer Baier? Oder kehrt er Wörth doch den Rücken? Wird sich nach Manfred Hanglberger (er verabschiedetete sich aus gesundheitlichen Gründen im März 2011) wieder ein Geistlicher den besonderen Umständen in Wörth und Anfeindungen in anonymen Briefen ergeben? „Es ist sehr zu hoffen“, so Josef Forster, „dass mit der Nachricht des Bistums die Spekulationen in der Bevölkerung ein Ende finden. Das Ansehen des Ortes und der Pfarrgemeinde habe schon genug Schaden genommen.

Für personelle Verstärkung

Dieses Anliegen verbindet der PRG-Sprecher, der derzeit keinen Kontakt zum 52-jährigen Stadtpfarrer hat, auch mit einer Zusage: „Wir werden nach seiner Rückkehr alles tun, um ihm die Arbeit zu erleichtern. Wir werden ihm nach Kräften helfen und uns bemühen, ihn zu entlasten“, versicherte Forster, der aber auch auf ein positives Signal der Diözese in Bezug auf personelle Verstärkung hofft.

Höchsten Respekt zollt er deshalb einmal mehr dem Ruhestandsparrer Lorenz Schnitt. „Hut ab,“, so Forster, „was er leistet, dafür kann man nur größten Dank und Anerkennung aussprechen.“

Als „engagierten Priester mit großem Einfühlungsvermögen, einer zupackenden Art und ansprechenden Predigten“ habe die Pfarrei nach Einschätzung der Diözese auch Pfarrer Johann Baier erleben dürfen. „Irgendwie“, so Domkapitular Dr. Franz Frühmorgen in seinem Brief an mehrere Vertreter der Pfarrgemeinde, „hatte man in letzter Zeit schon Sorge um ihn, mit welchem Einsatz er sich in die neue Aufgabe hineinkniete und dass alles auf einmal zu viel werden könnte.“ In den letzten Wochen sei aber deutlich geworden, dass „die gesundheitlichen Probleme doch nicht in ein, zwei Monaten in den Griff zu bekommen sind.“

Administrator Franz Matok

Für die Übergangszeit bis 1. September hat das Referat für Priester und ständige Diakone im Bistum eine Regelung getroffen, die vier Punkte umfasst.

• Pfarrer Matok von Wiesent bleibt weiter als Pfarradministrator für Wörth zuständig und wird in der Übergangsphase in allen Belangen, die zu regeln und zu klären sind, Ansprechpartner sein.

• Pater Michael Raj, der bei den Gottesdiensten bislang mitgeholfen hat, muss zum 15. Mai in die Pfarreiengemeinschaft zurückkehren, der er eigentlich zugewiesen ist, um dort eine längere Krankheitsvertretung zu gewährleisten.

• Dafür wird zum 15. Mai Pfarrvikar Andreas Hörbe, der im Jahr 2000 zum Priester geweiht wurde und zurzeit in Neukirchen beim Hl. Blut eingesetzt ist, nach Wörth kommen und Pfarrer Matok bis 1. September in den seelsorglichen Aufgaben unterstützen. Es wird noch mitgeteilt, wo Pfarrvikar Hörbe wohnen und er telefonisch zu erreichen sein wird.

• Pfarrer Lorenz Schnitt, der in Wörth seinen Ruhestand verbringt, ist weiter gerne bereit, im Rahmen seiner Kräfte mitzuhelfen. Mit Rücksicht auf sein Alter und seine Gesundheit bittet die Diözese aber alle Bewohner, sich in ihren Anliegen vornehmlich an Pfarrer Matok als zuständigen Pfarradministrator und an Pfarrvikar Hörbe zu wenden.


Zeit für Genesung und Regeneration: Pfarrer Johann Baier, seit März im Krankenstand, wird erst am 1. September wieder seinen Dienst in der Pfarrgemeinde aufnehmen. Archivfoto: Raith 

Bericht aus der Donau-Post vom 20. April 2012

Bericht aus der Donau-Post vom 10. April 2012

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