Pfarrei St. Petrus

Wörth a. d. Donau

 

Bericht aus der Donau-Post vom 28. September 2012

Ein beispielgebender Repräsentant der Kirche

Pfarrer Johannes Frischholz vollendet sein 80. Lebensjahr – Von 1975 bis 2000 in Wörth

(jr). Die Jahre, so scheint es auf den ersten Blick, haben ihm nicht geschadet. Bischöflich Geistlicher Rat Johannes Frischholz hat sich kaum verändert. Und dennoch bleiben die Beschwerden des Alters nicht aus. Gehen fällt ihm schon länger sehr schwer. Nach mehreren Operationen ist er auf Krücken angewiesen. Die Bewegungsfreiheit ist eingeschränkt und damit auch die Möglichkeit, Gottesdienste zu zelebrieren. So belastbar ist der vorbildliche Repräsentant der Kirche jedenfalls nicht mehr, der von Juni 1975 bis August 2000 in der Pfarrei das Wort Gottes verkündet hatte und seit seinem Abschied in der Regensburger Konradsiedlung wohnt, der heute, Freitag, sein 80. Lebensjahr vollendet und aus gesundheitlichen Gründen dringend bittet, von Besuchen Abstand zu nehmen.

Zu seiner Amtszeit waren die Rahmenbedingungen wesentlich besser. Damals erreichte die Kirche die Menschen noch, sie hatte einen hohen Stellenwert in der familiären Glaubenstradition und musste weder den gewaltigen Verlust an Normen beklagen noch die dramatische Abkehr von der katholischen Glaubensgemeinschaft. Für Kinder war die Aufnahme in die Ministrantengruppe ein großer Wunsch und ein besonderes Ereignis. Über 50 Burschen waren es bei seinem Rückzug in den Ruhestand. Er war an diesem Wendepunkt 68.

Auch der Priesterberuf war ein erstrebenswertes Ziel. 44 junge Theologen umfasste sein Weihejahrgang. Auch deshalb hat der 29. Juni 1958 in der Domstadt einen Ehrenplatz in der Biografie des Geistlichen, der am 28. September 1932 in Oberlindt (vormals Landkreis Vohenstrauß) geboren wurde. In diesem Ort ist er mit einer Schwester, die vor einigen Jahren gestorben ist, und mit einem Bruder in der behüteten Umgebung des elterlichen Anwesens aufgewachsen. Seinen priesterlichen Dienst begann er nach dem Studium an der Philosophisch-Technischen Hochschule als Kaplan in Nittenau (1958 bis 1963) und in der Pfarrei „St. Martin“ in Deggendorf, ehe er sich von 1969 bis 1975 den Aufgaben des Betriebsseelsorgers und des Diözesanpräses bei der KAB widmete.

In guter Erinnerung

Wörth ist ihm in guter Erinnerung geblieben, wie der Jubilar gerne bestätigt. 25 Jahren prägen eben, sie gehen nicht spurlos vorbei. Auch nicht an den Menschen in seinem einstigen Wirkungskreis, die ihn bis heute hoch in Ehren halten. Persönlichkeiten wie Johannes Frischholz geraten schon deshalb nicht in Vergessenheit, weil sie den Glauben beispielgebend, überzeugend und standhaft leben. Dieser eifrige Arbeiter im Weinberg des Herrn hat den Teil, für den er zuständig war, bestens bestellt und seinen Auftrag mit Hingabe erfüllt. Er hat die Prinzipien der Kirche, die oftmals in Zweifel gezogen werden, konsequent, beharrlich und entschlossen vertreten. Ohne Wenn und Aber, ohne Kompromisse. Der Vorteil dieser Einstellung wiegt schwer auf der Waagschale der Beurteilung.

Leicht war es für einen Geistlichen noch nie, den Anforderungen und Ansprüchen gerecht zu werden. BGR Frischholz wurde in der Tat viel abverlangt. Ohne die Unterstützung einer Bürokraft, ohne Gemeindereferenten und lange sogar ohne Mesner musste er das Leben in der Pfarrei gestalten und die administrativen Geschäfte erledigen. Freizeit war bei der Fülle der Verpflichtungen knapp bemessen. Die Vorbereitung der Gottesdienste, die sich immer durch eine besonders festliche Note ausgezeichnet haben, der Religionsunterricht an der Schule, die Begleitung der kirchlichen Verbände, Sitzungen des Pfarrgemeinderates, der Kirchenverwaltung und der Pfarrer Freimuth-Stiftung, die Betreuung der Patienten im Krankenhaus und der Bewohner im Seniorenheim, Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen schränkten den Raum für die Pflege persönlicher Interessen erheblich ein. Er hat ein aufwändiges Arbeitspensum bewältigt, das zudem die Außen- und Innensanierung des Gotteshauses (von 1992 bis 1995) sowie der energische Protest gegen die Profanierung der Schlosskirche „St. Martin“ ergänzt haben.

Bequem, gemütlich und mühelos waren die 25 Jahre in Wörth für den Jubilar bestimmt nicht. Bei allen Widerständen und Widersprüchen ließ er sich aber vom geraden Weg des Bekenntnisses zu den christlichen Werten nicht abbringen. Bis heute steht er in dem Ruf, ein resoluter, strenger, konservativer und bisweilen autoritärer Pfarrherr gewesen zu sein, der sich behaupten und Respekt verschaffen konnte, der sehr selbstbewusst war und sich durchzusetzen wusste.

Eine starke Stütze

Pfarrer Frischholz hat mehr als seine Pflicht getan. Die kleine Stadt ist diesem Geistlichen zu großem Dank verpflichtet, der sich immer auf die Solidarität und Gewissenhaftigkeit seiner treuen Haushälterin verlassen konnte. Rosa Krotzer war und ist ihm bis heute eine echte Hilfe und eine starke Stütze. Ihre Leistung war die stabile Basis für sein segensreiches Wirken in Wörth.

Zum Ehrentag wünscht die Heimatzeitung Gottes Segen, eine sorgenfreie, unbeschwerte, glückliche Zukunft und eine bessere Gesundheit. Passend ist sicher auch das wohlwollende Anliegen, mit dem der heutige Stadtpfarrer Johann Baier jede Messfeier beendet: „Passen Sie gut auf sich auf!“

Zwischen zwei Ehrenbürgern: Ruhestandspfarrer Johannes Frischholz, der heute 80 wird, mit Ludwig Schindler (rechts) und Altbürgermeister Franz Beutl (links). Archivfoto: Raith

 

Aktuelle Seite: Home Pfarrei Aktuelles Ein beispielgebender Repräsentant der Kirche
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.