Pfarrei St. Petrus

Wörth a. d. Donau

Bericht aus der Donau-Post vom 25. Oktober 2012

Albert Eichmeier referierte bei Vortragsabend der Kolpingsfamilie

1933 floh Wörther Seelsorger vor Verhaftung

Lehrer Krinner schwärzte Kooperator Kammermeier an – Jugendarbeit in der NS-Zeit

„Die Kirche von 1933 war gut organisiert, man hätte damals mehr gegen die damaligen Machthaber unternehmen können. Es ist auch was geschehen, so gab es zum Beispiel 1937 ein entsprechendes Rundschreiben, aber aus meiner Sicht waren diese Aktivitäten zu wenig“, dieses Fazit zog am Dienstag Lehrer Albert Eichmeier, München, beim Vortragsabend der Kolpingsfamilie zum Thema „Behinderungen der Jugendarbeit in der NS-Zeit“ im Gasthof Butz. Betroffen machten die Ausführungen des Referenten über das Schicksal des damaligen Wörther Kooperators Kammermeier.

Vorsitzender Josef Schütz freute sich, dass unter den rund 30 Versammlungsteilnehmern auch eine Gruppe junger Leute war. Er selbst könne sich an Vorgänge zu Beginn der NS-Diktatur nicht erinnern, weil er damals viel zu jung war. Aber seine Mutter habe öfters geäußert: „Man darf nichts sagen, weil es zu gefährlich ist.“

Der Vortragende hat viele Nachforschungen betrieben und wurde dabei in Archiven fündig. Wertvolle Quellen existieren zum Beispiel beim Straubinger Tagblatt: Mehrfach zitierte Eichmeier aus Berichten der Wörther Volkszeitung – diese wurde 1933 verboten – zum Beispiel über die örtliche Kolpingsfamilie, welche damals im Juni am großen Gesellentag in München teilnahm. SA-Trupps schlugen dabei auf Teilnehmer ein. Ein Pfarrer starb an den Folgen seiner Verletzungen. In deutschen Zeitungen war damals nichts über die Ereignisse in München zu lesen.

Dramatische Entwicklung

Am 30. Januar 1933 wurde Adolf Hitler Reichskanzler. In wenigen Wochen gelang es den Nationalsozialisten, eine Diktatur zu errichten und selbst in kleineren Orten das öffentliche Leben maßgeblich zu gestalten. Am 11. März wurde am Wörther Rathaus die Hakenkreuzfahne gehisst. In allen Schulen feierte man die Reichstagseröffnung groß. Auch im damaligen Wörth gab es zum Beispiel eine Kundgebung, an der viele Einwohner teilnahmen. Durch die Bevölkerung, so Eichmeier, sei ein Riss gegangen. So habe es in Wörth fanatische Nationalsozialisten um den Kreisvorsitzenden der NSDAP gegeben. Eine andere Bevölkerungsgruppe habe der politischen Entwicklung skeptisch gegenübergestanden, wollte aber nichts dagegen unternehmen.

Kooperator Kammermeier, der zudem Präses der Kolpingsfamilie war, wandte sich dagegen, dass eine von Hitler befohlene Gebetsergänzung während einer von ihm in der Schule gehaltenen Unterrichtsstunde erfolgte. Er berief sich dabei darauf, dass der Bischof noch nicht Entsprechendes angeordnet habe. Hauptlehrer A. Krinner wandte sich an Friederich Horkheimer, der auch NSDAP-Ortsgruppenleiter war. In der Gebetsergänzung hieß es unter anderem: „Herr gib unseren Führern Kraft und Stärke, dass wir aus dem Tale der Knechtschaft wieder aufsteigen....“ Schließlich erfolgte ein so genannter Schutzhaftbefehl gegen den Wörther Kooperator. Darin wurde ihm auch vorgeworfen, dass er an Pfingsten das Übernachten von einigen Jugendlichen auf der Pfarrwiese im Zusammenhang eines Treffens der deutschen Jugendkraft erlaubt habe. Der Regierung missfiel auch, dass kirchliche Vereine bei der zweiten Fronleichnamsprozession Fahnen beziehungsweise Banner mitführten.

Der damalige Wörther Seelsorger erkrankte und floh zunächst zu seinen Eltern nach Wölflkofen, Bezirksamt Rottenburg. Obwohl der Kooperator einen Nervenzusammenbruch erlitten hatte, wurde er zunächst von einem Arzt in Mainburg haftfähig geschrieben. Erst der Landgerichtsarzt in Regensburg stellte die richtige Diagnose. Nach einer Behandlung bei den Barmherzigen Brüdern besserte sich der Zustand des Priesters, der später als Pfarrer im Regierungsbezirk Niederbayern wirkte.

Markus Stöckl wies auf das Konkorat  zwischen dem NS-Staat und der katholischen Kirche hin und dass sich einige Vereine, wie die MMC, während der Diktatur etwas länger behaupten konnten.

Wie war dies möglich ?

Präses Johann Baier fragte, wie es möglich gewesen sei, dass sich die Diktatur 1933 so schnell durchsetzen konnte und wie sich der damalige Bischof verhalten habe. Der Referent wies darauf hin, dass es bereits 1922 in Wörth eine etwa 30 bis 40-köpfige NS-Gruppe gegeben habe. Solche Strukturen hätten eine so rapide Entwicklung 1933 ermöglicht. Der Grundtenor des damaligen Bischofs habe gelautet: „Mischt Euch nicht in die Politik ein.“ Der Einzelne habe damals fast immer die Konfrontation gescheut und wenn er es nicht getan habe, sei er im KZ Dachau gelandet. Bezirksrat Herbert Schötz erläuterte, dass der Staat im Jahr 1933 am Boden gewesen sei, unter anderem wegen der Reparationszahlungen als Folge des Ersten Weltkriegs. Viele Bürger hätten 1933 die Hoffnung auf eine Besserung der Verhältnisse gehabt. - sol -

Referent Albert Eichmeier besuchte in seiner Kindheit die Schule in Wörth. Foto: Soller

Bericht aus der Donau-Post vom 24. Oktober 2012

Kolpingsfamilie ist mit Sammelergebnis zufrieden

(kris) Josef Schütz, Vorsitzender der Kolpingsfamilie, ist mit dem Ergebnis der Herbst-Altpapier und -Kleidersammlung sehr zufrieden. Rund 15 Helfer waren dazu am vergangenen Samstag im Einsatz. „Es ist wieder sehr viel Papier zusammengekommen“, freute sich Schütz, der besonders auch jenen dankte, die die Fahrzeuge für diese Aktion kostenlos zur Verfügung stellten. Es waren dies die Firmen Bus Piendl und Kartonagen Müller sowie Gerhard Hebauer und Siegfried Stadler. Wie in den vergangenen Jahren waren auch die Ministranten wieder sehr stark vertreten. Nach getaner Arbeit trafen sich die Helfer zum Bratwurstessen im Gasthof Butz. – Unser Bild zeigt einige der Aktiven. (Foto: Schütz)

Kolping zu Krones

Die Wörther Kolpingsfamilie startet am Donnerstag, 27. September, eine Betriebsbesichtigung bei der Firma Krones in Neutraubling. Anmeldung, auch für Nichtmitglieder, bei Josef Schütz, Telefon 18 76. Treffpunkt ist am Donnerstag am Marktplatz, Abfahrt ist um 13.30 Uhr.

Bericht aus der Donau-Post vom 13. September 2012

Kolpingsfamilie weilte drei Tage im sonnigen Südtirol

Drei äußerst schöne Tage verbrachte eine kleine Gruppe der Kolpingsfamilie Wörth im sonnigen Südtirol.

Nachdem die Unterkunft im Ort St. Vigil bezogen war, wagten die Wörther am zweiten Tag bei herrlichem Wetter den Aufstieg zur Faneshütte.

Die Wanderer aus Wörth wurden für den Zwei-Stunden-Marsch mit der wunderbaren Aussicht auf die herrliche Dolomitenwelt belohnt. Der dritte Tag führte die Gruppe bei einer kleinen Dolomitenrundfahrt über Corvara, Cortina, Misorinasee und Drei-Zinnen-Gebiet wieder der Heimat zu.

Filmaufnahmen für das Märchentheater der Kolping-Bühne Wörth

Wenn Hans und Traudl Eigenstetter von der Kolpingbühne Theater machen, überraschen sie das Publikum manchmal mit einer Filmeinspielung. Auch in der neuesten Produktion, dem Märchentheater „Die zertanzten Schuhe“, wird es so sein. Doch ihre Ideen könnten nicht umgesetzt werden, wenn ihnen Kameramann Alfred Bemmerl nicht zur Seite stehen würde. Neben dem Willen und Können der Darsteller ist vor allen Dingen das Wissen des erfahrenen Filmemachers unerlässlich. „Manchmal hab ich das Gefühl, er kann meine Gedanken lesen“, so Hans Eigenstetter nach der ersten Projektbesprechung. Alfred Bemmerl ist seit vielen Jahren der Stadt und den Vereinen ein verlässlicher Partner, wenn es darum geht, eine Veranstaltung als Film zu dokumentieren. Dieses Mal ging es aber um Spielfilmszenen.

An drei Sonntagen opferten die Mitwirkenden ihre Freizeit, um im Film in die Märchenwelt zu entführen. Neben den Theaterspielern Michael Stadler, Lucia Löffl, Juliane Stadler und Anna Krieger treten auch noch Andreas Schweiger, Peter Hauk und Stefan Büchele auf. Welche Rolle sie dabei spielen, soll noch nicht verraten werden. Florian Eicher, Simon Kränkl, Josef Eicher, Reinhard Diener und Lena Eicher werden im Film als barocke Musikanten zu bestaunen sein. Zu sehen ist das ganze Theater mit insgesamt 29 Darstellern ab 23. September im Schlosskeller. „Die zertanzten Schuhe“ ist ein Familienstück, nicht nur für Kinder.

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