Pfarrei St. Petrus

Wörth a. d. Donau

Bericht aus der Donau-Post vom 31. Mai 2012:

Jeder vierte Deutsche leidet an einer Allergie

Chefarzt Dr. Wolfgang Sieber informiert bei Kolping über Krankheitsbilder und Behandlung

(hs) Informationen rund um Allergien bestimmten den Vortragsabend der Kolpingsfamilie Wörth am Dienstag im Gasthof Butz. Ursachen, Diagnostik und Therapieformen erläuterte Dr. med. Wolfgang Sieber, Chefarzt der Inneren Abteilung in der Kreisklinik und Leiter der Schwerpunktmedizin Allergologie und Pneumologie. Allergien nehmen zu, fast jeder vierte Deutsche, so stellte der Referent fest, leide an einer klinisch relevanten Allergie.

Diese Krankheit betreffe besonders bei Kindern die Haut in Form einer Neurodermitis, zudem immer wieder Patienten mit Heuschnupfen, gerade jetzt zur Pollenflugzeit. Nicht so häufig wären Lungensymptome mit Asthma bronchiale, die durchaus eine stationäre Behandlung erforderlich machen könnten. In der Dritten Welt, so Dr. Sieber, gäbe es fast keine Allergien, in den Industrieländern hätten sie dagegen ganz erheblich zugenommen.

In Deutschland sei die Gräserallergie führend, dicht gefolgt von Allergien auf Baumpollen (Birke, Erle, Hasel). Wichtig, so bekräftige der Chefarzt, sei die genaue Erkenntnis des Pollenflugkalenders, da anhand der Flugzeiten der Pollen bestimmte Allergien auch eingegrenzt werden können. Während des ganzen Jahres kämen Hausstaubmilbenallergien vor. Die Milben befänden sich besonders in den Matratzen der Betten.

Im Zusammenhang mit Tieren sei am häufigsten die Allergie auf Katzenhaare. Im beruflichen Bereich finden sich besonders Allergien im Bäckereigewerbe. So müsse in etwa jeder zehnte Bäcker im Laufe seines Lebens seinen Beruf wegen eines Bäckerasthmas aufgeben. Wichtig sind im präventiven Bereich die entsprechenden Beratungen. Die Eltern von Kindern mit Allergien können dann frühzeitig über die Berufe mit Risiken aufgeklärt werden, erklärte Dr. Wolfgang Sieber.

Einen Schwerpunkt im Vortrag bildete auch die Diagnostik. Diagnostiziert werden Allergien vor allem bei Haut- und Bluttesten. Es werden Testreihen mit bronchialer oder nasaler Provokation durchgeführt. Die Allergien werden symptomatisch behandelt, wie etwa die Trennung von einem Haustier oder zum Beispiel beim Pollenallergiker medikamentös. Seltene Allergien sind Arzneimittelallergien, die oft zu sehr schweren allergischen Reaktionen führen können und meistens einen stationären Aufenthalt erfordern. Lebensbedrohlich seien Insektengiftallergien. Mindestens 50 Todesfälle pro Jahr in Deutschland würden das hohe Gefahrenpotenzial belegen.

Teil drei des Vortrags konzentrierte sich auf die Allergologie in der Kreisklinik. Als einer der wenigen internistischen Kliniken in ganz Bayern verfüge das Wörther Kreisklinik über einen Schwerpunkt im Bereich der Allergologie. Sämtliche diagnostische Teste, so der Chefarzt, werden im Haus angeboten oder in Kooperation mit anderen Institutionen durchgeführt. Inzwischen habe sich die Klinik zu einer der größten Zentren für Insektengift-Hyposensibilisierung in Bayern etabliert. Mittlerweile würden Patienten aus ganz Bayern wegen verschiedener Krankheitsbilder nach Wörth kommen. Wissenswert ist auch, dass in Wörth eine komplette Ausbildung zur Zusatzbezeichnung Allergologie möglich ist, bemerkte Dr. Sieber, bevor sich Kolpings-Vorsitzender Sepp Schütz für den informativen Vortrag bedankte.


Chefarzt bei der Kolpingsfamilie: Dr. Wolfgang Sieber (rechts im Bild mit dem Vorsitzenden Sepp Schütz) informierte über Symptome, Gefahren und die Behandlung von Allergien. (Foto: Seppenhauser)

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